Feuerwehren der Gemeinde

Freiwillige Feuerwehr Schwepnitz, Bulleritz, Grüngräbchen, Zeisholz

Gemeindewehrleiter:           Sven Timmel

Schwepnitz:            
Ortswehrleiter:                      Sven Timmel
1. stellv. Ortswehrleiter:        Jörg Kühne
2. stellv. Ortswehrleiter:        René Wagner                      

Bulleritz:              
Ortswehrleiter:                      Jörg Richter-Weile
stellv. Ortswehrleiter:            Philipp Zimmermann

Grüngräbchen:   
Ortswehrleiter:                      Dieter Schneider
stellv. Ortswehrleiter:           Michael Lode

Zeisholz-Löschgruppe Zeisholz
Ortswehrleiter:                     Dieter Schneider
stellv. Ortswehrleiter:           Michael Lode

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Feuerwehrgerätehäuser der Gemeinde

Schwepnitz:       Am Gattertor 1
Bulleritz:           Hauptstraße 33
Grüngräbchen:  Königsbrücker Straße 27
Zeisholz:           Am Mühlteich 20 a

Geschichte der Feuerwehr

Im Jahre 1879, also schon 23 Jahre vor der Gründung der Feuerwehr, wurde durch die Ritterguts-Herrschaft Schwepnitz für 718,80 Mark eine Feuerwehrspritze gekauft und am 1. Juli 1890 trat die Rittergutsherrschaft durch Vermittlung der königlichen Amtshauptmannschaft bei Zahlung einer einmaligen Abfindungssumme von 275,- Mark dem Spritzenverband bei.

Aber schon bald genügte diese Organisationsform nicht mehr.

Deshalb fand am 2. März 1902 in Puttrichs Gasthof eine Versammlung statt, an der 100 Einwohner und Gäste teilnahmen und in der die Grundsteine für die spätere Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Schwepnitz gelegt wurden.

In den darauf folgenden Wochen erklärten bereits 27 Schwepnitzer den Beitritt zur Freiwilligen Feuerwehr und am Samstag, dem 18. Oktober 1902, schlossen sich schließlich 40 Schwepnitzer Bürger unter dem Leitspruch „Einer für alle, alle für einen" zur Freiwilligen Feuerwehr Schwepnitz zusammen.

Zum ersten Branddirektor wurde Herr Dr. Weber gewählt. Sein Stellvertreter wurde Herr Lehrer Kühn, zum Steigerzugführer wurde Paul Koppelt ernannt.

Nach Bereitstellung eines für die damalige Zeit immensen Betrages von 790,- Mark für Uniformen und Ausrüstungen erfolgte schließlich am
18. Januar 1903 die Einkleidung der Freiwilligen Feuerwehr.

Im darauf folgenden Jahr wurde eine neue Spritze angeschafft, und im August 1903 hat Professor Leonhardi in „huldvoller Weise" eine mechanische Schiebeleiter von 12 m Länge gestiftet.

Am 14. Dezember 1904 wurde der bisherige Steigerzugführer Paul Koppelt zum Hauptmann gewählt.

Nachdem im Jahre 1920 Herr Rastig als neuer Wehrführer gewählt wurde, folgten in den nächsten Jahren mehrere Schwepnitzer Kameraden auf diesen Posten.
Wann der Kamerad Kurt Büttner die Freiwillige Feuerwehr als Leiter übernahm, ist nicht exakt nachvollziehbar. Einige Quellen berichten von 1934, andere von 1936. In diese Zeit fällt auch die Umgestaltung der Feuerwehr in eine so genannte Hilfspolizeitruppe und ihre konsequente Unterordnung unter staatliche Interessen.

Ein herausragendes Ereignis dieser Zeit war am 18. 07.1937 die Einweihung eines großzügig angelegten Gerätehauses.

Dieses Gebäude Am Gattertor, welches das alte Spritzenhaus in der Lochmannstraße ablöste, dient noch heute nach 55 Jahren diesem Zwecke, und es bedarf ganz dringend einer Modernisierung. Zu bemerken ist, daß zum Zeitpunkt der Einweihung des Gerätehauses bereits die Feuerwehrkapelle bestanden hat.

Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde die Freiwillige Feuerwehr vor allen Dingen durch altere Bürger und Jugendliche aufrechterhalten. Und aufgrund der Notwendigkeit der Alarmierung der Bevölkerung im Rahmen des Luftschutzes wurde 1944 im Gelände des jetzigen Glaswerkes die erste Sirene installiert.
Bis dahin war die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr durch Fanfaren erfolgt, die einzelne Kameraden in ihrem Hause hatten.

In den ersten Nachkriegsjahren setzten viele freiwillige Helfer aus der Gemeinde ihre Kräfte dafür ein, die Freiwillige Feuerwehr wieder aufzubauen.

Mit der Gründung der DDR im Jahr 1949 mussten sich die Feuerwehr abermals autoritären Zwangen unterwerfen.
Schon 1950 entstanden FDJ-Löschgruppen und der Brandschutz wurde zu einer „schlagkräftigen Waffe gegen Kriegstreiber und Saboteure". Auch die Mithilfe bei der Einbringung der Ernte gehörte zu den Aufgaben der Feuerwehr.

Am 12. März 1953 wurde der langjährige Wehrleiter, Kamerad Kurt Büttner, von seiner Funktion entbunden und der Kamerad Kurt Oertel als Wehrleiter eingesetzt.

Die Übergabe des ersten Löschfahrzeuges vom Typ Steyr fiel ebenfalls in das Jahr 1953.

Ein sehr unrühmliches Ereignis brachte das Jahr 1955.

Genau am 07. 07., unmittelbar nach der 600-Jahrfeier, wurde das Auftreten der Schwepnitzer Feuerwehrkapelle, die jahrzehntelang zur Freude der Feuerwehr und aller Einwohner aufgespielt hatte, untersagt. Die Musiker hatten sich nicht wie gewünscht dem neu entwickelten Musikszenarium untergeordnet.

Ein weiteres herausragendes Ereignis im Jahr 1957 war das erfolgreiche Abschneiden unseres Kameraden Gottfried Zeiler bei den DDR-Meisterschaften im Feuerwehrkampfsport. In der Disziplin Sturmleitersteigen wurde er Vize-DDR-Meister.

In diesen Zeitraum fällt auch das Überwechseln des Kameraden Kurt Oertel in die Wirkungsbereichsleitung der Feuerwehr und die Übernahme der Wehr durch den Kameraden Karl Kapelle.

Ältere Mitglieder der Wehr erinnern sich noch an herausragende Einsätze Ende der 50er Jahre.

So brannte im Herbst 1956 das Lager des Glaswerkes Leonhardi ab.
Im Juni 1959 wurde die Freiwillige Feuerwehr Schwepnitz bei einem katastrophalen Waldbrand im Raum Hoyerswerda eingesetzt.

Vielen Kameraden sind noch jene verhängnisvolle Tage in Erinnerung, als ein großes Waldstück jenseits der Zeisholzer Straße zwischen Schwepnitz und Zeisholz niederbrannte.

Zu Ostern 1962 wurde der gesamte Baumbestand zwischen der jetzigen B 97 und der Rhododendrongärtnerei Grüngräbchen in einer Breite von mehreren 100 Metern durch einen verheerenden Waldbrand vernichtet. Kameraden unserer Wehr waren tagelang ununterbrochen im Einsatz.

Nach mehrmaligen Wechsel der Einsatzfahrzeuge wurde die Feuerwehr Schwepnitz dann Mitte der 60er Jahre mit einem Tanklöschfahrzeug und einem kleinen Löschfahrzeug ausgerüstet.

Bei relativer Konstanz hinsichtlich Ausrüstung, Organisation und Einsätzen wurde die Freiwillige Feuerwehr Schwepnitz über einen längeren Zeitraum bis zum Jahre 1989 durch den Kameraden Werner Lotzmann geführt.

Neben wiederum vielen und schweren Waldbränden in den 60er und 70er Jahren sollen hier als herausragende Einsätze sowohl in der Gemeinde Schwepnitz als auch in unserer Umgebung der Lagerhausbrand im Glaswerk Bernsdorf im Jahr 1977, der Brand der Königsbrücker Stadtmühle im August 1983, der Waldbrand bei Kroppen 1984 sowie der Dachstuhlbrand im ehemaligen Konsum der Gemeinden Schwepnitz (heute Kaufhaus Mark) im April 1985 genannt werden.

Die politischen Umwälzungen in Deutschland im Jahre 1989 brachten auch für die Freiwillige Feuerwehr Schwepnitz viele Veränderungen.

Bedingt durch die Schließung ortsansässiger Betriebe waren viele Kameraden gezwungen, ihre Arbeitsstelle oder gar ihren Wohnsitz zu verändern.
Demgegenüber folgten nach der so genannten Wende die Anschaffung von verschiedenen Ausrüstungsgegenständen und Aggregaten, durch welche die Wehr in der Lage ist, ihre Aufgaben auf einem noch höheren Niveau als bisher zu lösen.
Besonders hervorzuheben ist die Bereitstellung eines nagelneuen Löschfahrzeuges vom Typ Mercedes Benz durch die Bundesregierung.
Damit wurde die Schwepnitzer Freiwillige Feuerwehr auch in den kreisweiten Katastrophenschutz integriert.

Durch die personellen Veränderungen machte sich im August 1990 die Bildung einer neuen Wehrleitung notwendig. Zum Wehrleiter wurde der Kamerad Christian Tschirschwitz gewählt.

Auch in den 90ger Jahren waren zahlreiche schwierige Einsätze zu absolvieren. In die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Schwepnitz sind insbesondere die schweren Waldbrände im Jahre 1990 in Röhrsdorf, in Schwepnitz und ganz besonders der größte Brand, für den die FFW Schwepnitz jemals eingesetzt war, der Waldbrand von Weißwasser im Mai 1992 eingegangen.